Urlaub mit der SCA

 
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Urlaub mit der SCA

Das Land der Wälder und Seen – und Saunas – war das Ziel unseres diesjährigen SCA Urlaubs, denn wir verbanden unsere Reise mit dem alljährlichen Nuijasota, oder Cudgel War. Dieser fand erstmal im Jahre 1595 statt – damals noch ohne die SCA. Das war der finnische Bauernkrieg, sozusagen.

In einem Krieg der SCA geht es allerdings zivilisierter zu als damals; die einzigen Leichen waren dem Alkohol zuzuschreiben und wurden spätestens mit dem nächsten Mittagessen wiederbelebt. Aber ich greife den Partys voraus..

Nach Finnland kommt man am schönsten mit der Fähre; schneller geht es mit dem Flieger und Mietwagen, aber die Fähre ist halt schon ein Stück Finnland. Wir haben uns mit Auto in Travemünde eingeschifft und erstmal die Hälfte der Fahrt in der Kabine verpennt. Wir hatten Essen dabei und kamen daher satt und günstig 30 Stunden später in Helsinki an, dem größten Dorf der Welt. Zwei Tage sollte man sich dort schon Zeit nehmen, um die vielen Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu genießen. Da wir bereits das zweite Mal dort waren, zog es uns raus ins Meer auf die Inselfestung Suomenlinna, die von der UNESCO  als einzigartiges Beispiel europäischer Festungsarchitektur gelistet wird. Hier sieht der Besucher zum ersten Mal die Spuren der wechselhaften Geschichte dieser Region, die als östlichster Teil Schwedens als Puffer zwischen den Großmächten Schweden und Russland lag, bis 1917 der unabhängige Staat Finnland entstand. 2017 wäre daher ein gutes Jahr für einen Besuch!

Von Helsinki aus liegt Inkoo eine gute Autostunde im Westen, mitten im teils schwedisch-sprachigen Südfinnland. Finnisch, Englisch, Schwedisch – hier gibt es kaum Einwohner, die sich nicht in allen dreien verständigen können und es auch gerne tun. Die Finnen haben eine unaufdringliche Art von Gastfreundschaft; hier kann man seine Ruhe haben solange man möchte und wenn man nicht mehr möchte, sind auf einmal überall hilfsbereite, gesprächige, interessierte Finnen.

20160708_203025Nuijasota findet dort statt, wo die Finnen sich am wohlsten fühlen – mitten in fast unberührt erscheinender Natur, an einem See im Wald, mit Sauna. Ein großer Zeltplatz bietet viel Platz für historische Zelte mit ihren eigenen Feuerstellen; kleine Holzhäuser im Wald und eine moderne Gemeinschaftsunterkunft sind Alternativen für die nicht-Zelter. Innen alles modern, außen verzaubernd. Wir sind nicht nur in Finnland, sondern bei Freunden angekommen.

Wer noch nicht weiß, wie ausgezeichnet, reichlich und nahrhaft die finnische SCA Küche ist, der kann es hier 8 Tage lang erleben. Wir zelten nicht, daher hatten wir das volle Paket gebucht – Frühstück, Mittag, Abend- bzw. Festessen. Die l   ässt sich eh kein SCAler entgehen. 20160717_154859Jeder Tag begann mit einem Spaziergang zur Küche, dem ersten Treffen mit gleichermaßen gewandeten im langsam aufwachenden Lager, Kahvi   😉 und Pläne schmieden für den Tag.  An Angeboten mangelte es nicht: SCA Schwertkampf, Fechten und Bogenschießen, alle Art von Unterricht in mitelalterlichen Künsten, Musik, Tanz und Schneiderei, und ganztägliches Entspannen in der Sauna, auf der Wiese oder beim Paddeln über den See. Jeder nur das, was er möchte.

Wir mochten vor allem nichts tun und den Musikern zuhören, die es üben nannten und wir Privatkonzert. Zwischendurch gab es Turniere und Tanzen und an zwei Tagen fuhren wir unseren Drachen aus in Richtung Turku, Burgen und Museen besichtigen. Die “Piratenburg” Raseborg aus ca. 1374, auf einem Fels gebaut, umgeben von Wasser. Die Feste Turku in der ehemaligen Hauptstadt , Baubeginn ca. 1280 mit Museum und Renaissanceanbauten. Kuusisto aus 1317, ehemals Sitz der Bischöfe und heute eine gepflegte Ruine. Und am letzten Tag noch der Abstecher nach Hämeenlinna, eine Stunde in Richtung Norden von Helsinki aus und die für uns schönste Stadt und Burg. Begonnen in 1290 ist es als einziges komplett aus Backstein und kommt dem deutsche Burgen gewöhnten Auge sehr vertraut vor. Kein Wunder, denn deutsche Architekten und Handwerker waren in Finnland schon immer gern gesehen.

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Zwei Wochen gingen im Flug vorbei und was bleibt außer Fotos und Erinnerungen? Die Freundschaft mit SCAlern aus Finnland, Schweden, England und Russland und die Vorfreude auf das nächste Mal, wenn wir mit “Hyväaä paiva” begrüßt werden.  Wer jetzt Lust hat, das auch zu erleben, kann uns gerne anschreiben!

 

 

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